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  • “Wir müssen in Deutschland mehr Mut haben”

    Mick Brisgau ist zurück! Am 21. Januar startet die vierte Staffel von “Der letzte Bulle”. Foto: Sat 1/Martin Rottenkolber

    Wenn sich Henning Baum ein Titellied für sein Leben aussuchen könnte, dann wäre es “Wanted Men” von Bob Dylan gesungen von Country-Legende Johnny Cash. Bei “Der letzte Bulle” muss der Rheinländer jedoch regelmäßig mit Iggy Pops “Real Wild Child” Vorlieb nehmen. “Dabei finde ich ‘The Passenger’ von ihm viel besser,” erzählt Baum schmunzelnd. Jetzt kommt er als “Mick Brisgau” zurück: Ab dem 21. Januar zeigt Sat1  jeweils Montags um 20:15 Uhr die neuen Folgen.

    Und schon in der ersten Sequenz taucht Baum alias “Brisgau” oben ohne mit einem Messer zwischen den Zähnen durch einen See – Harr! Auch beim Interview-Termin in Hamburg macht er seinem Ruf als männlichster TV-Held Deutschlands alle Ehre, verspeist zum Lunch ein großes Stück Steak und lockert erst einmal ausgiebig seine Muskeln an der frischen Luft, bevor ich mit ihm Plaudern darf.

     Gratulation zur vierten Staffel! Hatten Sie Lust, noch einmal in die Rolle von Mick Brisgau zu schlüpfen?

    Das ist ein Reiz gewesen weil ich es mir reizvoll gestaltet habe. Wir haben da ein neues Element rein gebracht: die Vergangenheit von Mick. Das ist ein Handlungsstrang, den ich implantiert habe. Ich habe die Geschichte im Groben als Idee den Autoren vorgegeben und die haben das ausgearbeitet. Es bringt eine ganz neue Farbe in die Serie und erhöht den Druck. Es geht um etwas!

     

    Henning Baum in Aktion. Foto: Sat1/Martin Rottenkolber

    Konnten Sie sich diese Freiheit einfach nehmen oder haben Sie bei den Autoren einen Starbonus?

    „Ich habe überhaupt keinen Starbonus. Ich sehe es als Pflicht, mich einzumischen. Wenn ich nur meine Zeilen auswendig gelernt hätte, würden wir heute nicht hier sitzen und über eine vierte Staffel sprechen.“

    Können Sie uns verraten, wie es mit Mick Brisgau und den Frauen weitergeht?

    Mick fing in der letzten Staffel ja gerade wieder an, Tanja näher zu kommen. Sie hat ihm aber in dem Augenblick, als sie ihm die Wahrheit nicht gesagt hat, wieder zum Patienten gemacht. Das hat ihn gekränkt. Er versucht, darüber hinwegzukommen und es gibt auch jemand Neues, den er interessant findet. Aber eigentlich hat er sich vorgenommen, unabhängig zu bleiben. Mick braucht eine selbstbewusste Frau, die ihm auf Augenhöhe begegnet. Denn er mag Auseinandersetzungen. Sie muss ihn auch aushalten können, er ist ja eine ganz schöne Portion.


    Dafür schafft er es auch, sich wie ein Einsiedler alleine im Wald zu ernähren. Könnten Sie das auch?

    Mick kann das. Bei mir wird das schon schwieriger. Ich müsste mir noch mehr Wissen anhäufen. Ich habe schon einen Fisch getötet und zuletzt habe ich ne Maus erlegt. Einen Schafbock habe ich auch schon einmal geschlachtet. Jeder, der Fleisch isst, ist überspitzt gesagt Auftragskiller. Insofern ist es nur konsequent, das auch mal selber auszuführen.

     Schauen Sie selbst privat gerne Serien?

    Ja, Serien sehe ich allerdings auf DVD. „Breaking Bad“ und „Sopranos“ sind tolle Vorbilder. Was die sich da getraut haben, das ist phänomenal. Ich bewundere den Aufbau der Serien, die sich komplett horizontal bewegen. Da wird in der ersten Folge etwas aufgebaut, was vielleicht erst in der fünften Folge wichtig wird. Dem Zuschauer wird auch nicht alles erklärt, er sieht mehr, was passiert. Und es entstehen Konflikte, die deshalb interessant sind, weil der Zuschauer an dem Dilemma teilnimmt, in dem sich die Charaktere befinden. Da müssen wir in Deutschland mehr Mut haben. Hier denkt man immer noch, dass dem Zuschauer die letzte Folge erklärt werden muss, falls er sie nicht gesehen hat. Das Absurde ist, dass Soaps genau so funktionieren. Da kommt keiner auf die Idee, das episodisch zu erzählen. Die Serie als Kunstform ist in Deutschland noch nicht wirklich entdeckt.

    Mit Henning Baum beim Interview in Hamburg.

    Freut Ihr Euch auf die neue Staffel “Der letzte Bulle”?

    gepostet von
    sarah


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    JAN 2013
    17

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