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  • Der „Dallas“-Start lief wie geschmiert

    Habt Ihr früher “Dallas” gesehen? Die Neuauflage lief am Dienstag jedenfalls extrem erfolgreich auf RTL an. Auch unsere Chefin vom Dienst, Claudia, hat eingeschaltet und kann uns heute erzählen, wie sich “J.R.” und Co.  über 20 Jahre später im TV machen. Danke, Claudia!

    Ist RTL da etwa auf TV-Gold gestoßen? Die Premiere der neu belebten Ölsoap “Dallas” am späten Dienstagabend brachte den Kölnern jedenfalls beachtliche Quoten: 3,90 Millionen Zuschauer (das sind 20,2 Prozent Marktanteil) schauten dem familieninternen Kampf um Ranch und Ressourcen zu. Im begehrten Zielpublikum der 14- bis 49-Jährigen war sogar jeder vierte Zuschauer vor dem Bildschirm (Marktanteil 25,4 Prozent). Ob das so bleibt, interessiert mich brennend.

     

    Ein ganz normaler Abend unterm Kronleuchter beim “Dallas”-Clan.

    Die alte Serie um die Ölbohrerdynastie der Ewings habe ich nie verfolgt, das war eher ein Thema für meine Eltern. Trotzdem konnte ich mich dem allgemeinen Wirbel um die Neuauflage nicht ganz entziehen – auch ich kenne immerhin den guten “Bobby” und den bösen “J.R.” als Archetypen der Seriengeschichte. Beide Originalschauspieler (Patrick Duffy, Larry Hagman) sind zumindest in der ersten neuen “Dallas”-Staffel noch dabei – und sie sind so ziemlich die einzigen, die hier noch klassisch (schau)spielen und nicht nur in der Gegend rumstehen. Gut gefallen hat mir die Eröffnungsszene, in der der alte Bösewicht “J.R Ewing” depressiv im Pflegeheim sitzt und völlig ignoriert, wie sein Bruder “Bobby” ihm zuspricht und Versöhnung und Familie beschwört. Noch während des Drehs der zweiten Staffel verstarb Larry Hagman, das Vergnügen ihn zu sehen ist also leider ein zeitlich begrenztes.

    John RossIII.(Josh Henderson, links) und Christopher (Jesse Metcalfe) sind Cousins, Konkurrenten und leider auch ganz schöne Poser.

    Die nächste Generation, “Bobbys” Sohn “Christopher” und “J.R.s” Sohn “John Ross III”., ist mit durchaus ansehnlichen männlichen Castmitgliedern besetzt worden: Jesse Metcalfe und Josh Henderson sind beide bekannt aus “Desperate Housewifes” und sollen die kämpferischen Cousins geben. Sie zeigen aber leider nicht mehr als platte Machoposen und verkrampfte Streitgespräche. Ab und zu fährt ein dickes, teures Auto vor und ein paar Gockel scheuchen andere Menschen durch die Gegend. Kein Vergleich zu den Aufeinandertreffen, dem Augenblitzen und den leisen Kampfesdrohungen ihrer alten Herren.

     

    Die jungen Frauen haben mir da schon besser gefallen. “Marta del Sol” (Leonor Varela), die ihre eigenen Pläne verfolgt und dabei sogar kurz den erfahrenen “J.R.” auflaufen lässt, hat durchaus Potenzial für die dunkle Seite der Handlung. Jordana Brewster darf als “Elena Ramos” von der langweiligen Position der Kindheitsfreundin der beiden Cousins aus (Exfreundin von “Christopher”, dann zusammen mit “Ross”, Liebesdreieck und so weiter, wie kitschig) relativ schnell ein eigenes Profil entwickeln. Die Tochter der Köchin hat, nach einem Studium der Energiewirtschaft, nämlich mehr Ahnung von Umwelt und Öl als jeder der beiden reichen Söhne. Sie  tut sich schon am Ende des ersten TV-Abends mit “J.R.s” frisch emanzipierter Frau “Sue Ellen” geschäftlich zusammen, um ein eigenes Ölprojekt zu starten. Brewster sieht gut aus, wirkt im Gegensatz zu den beiden Knaben wie ein echter Mensch und gibt der so testosterongesteuerten Hochglanzserie eine Frauenfigur, die auch für heutige Zuschauerinnen als Identifikationsfigur taugt.

     

    Sympathisch: Geschäftsfrau Elena Ramos (Jordana Brewster)

    War die “Dallas”-Neuauflage nun nötig? Man kann sicher argumentieren, dass das Energie- und Umweltthema ja durchaus seine eigene Serie verdient hat – erst recht, wenn man da so einen berühmten Anknüpfungspunkt hat. In den Achtziger Jahren war “Dallas” immerhin ein richtiger Gassenhauer und fesselte Millionen vor den Bildschirm. Und eine Fortsetzung nach mehr als zwanzig Jahren ist immerhin nicht halb so ermüdend wie Hollywood-Filmreihen mit einer Ausgabe pro Jahr.

     

    Ich persönlich brauche kein “Dallas”. Ich schalte für Wirtschaftskriminalität lieber “White Collar”, für Familienintrigen lieber “Game of Thrones”, für tolle alte Schauspielhelden und juristische Winkelzüge lieber “Boston Legal”, für spannende Frauenfiguren lieber “Rizzoli & Isles” und für Lügengeschichten “Lie to Me” ein. Mein Bedarf ist gedeckt, und wenn “Dallas” beim Zweitversuch nächste Woche nicht noch ganz neu durchstartet, dann bin ich raus. Ob die Energiebarone meine Mutter überzeugen können, weiß ich auch noch nicht.

     

    Wer hat es gesehen, wer schaltet wieder ein? Erklärt mir doch bitte, warum …

    gepostet von
    claudia


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    JAN 2013
    30

    2 Kommentare zu “Der „Dallas“-Start lief wie geschmiert

    1. Ich bin bei der 2. Folge in der Originalversion aus USA eingeschlafen. Handlung langweilig und vorhersehbar. (Junge) Cast wirkte wie schmelzkäseüberzogene Katalogmodelle für reiche Serienkinder. Und sehr erstaunlich: Bobby und Sue Ellen sind so alt, äh, jung, äh … kaum gealtert. Und war nicht Bobby sowieso schon mal gestorben?! Vielleicht ist Neu-Dallas wieder nur ein Traum?! :-)

      gefällt mir: Daumen hoch 3

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