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  • Grimmt das?

    Wer hat gestern Abend den Auftakt der neuen Crime-Mystery-Serie “Grimm” auf “Vox” verfolgt? Es können nicht so wenige gewesen sein – denn “Grimm” konnte sich gestern über die Plätze Eins und Zwei in den deutschen Abendquoten in der Zielgruppe der 14-49-Jährigen freuen. Die umfangreiche Werbekampagne für den Neustart war aber auch zu verlockend: “Ende gut. Alle tot” und ähnlich  hießen die wortwitzigen Claims. Nachdem der Crime-Freitag schwächelt, dürfte man bei “Vox” kurzzeitig aufatmen, mehr als 16 Prozent Marktanteil und über zwei Millionen Zuschauer lassen auf eine märchenhafte Zukunft hoffen.

    Neue Mysterieserie seit dem 18. Februar: “Grimm” (Quelle: Vox)

    Gar nicht so märchenhaft findet übrigens die Hauptfigur, “Nick Burkhardt” (gespielt von David Giuntoli), die Erweiterung seiner Lebensaufgabe zum Auftakt der Serie. Der brave Detective im Morddezernat der Polizei von Portland plant seiner Verlobung und sicher keine nächtlichen Jagden durch Wälder und Begegnungen mit Gestaltwandlern, die ihm von nun an nur deswegen drohen, weil er ein Nachfahre der Grimmschen Märchenschreiber ist und weil seine Tante, gejagt von Gruselgestalten und niedergerungen vom Krebs, im Sterben liegt. Eine sympathische Hauptfigur haben die Macher der Serie da aufgetrieben, und auch ihre Sidekicks – der Polizeikollege “Hank Griffin” (Russell Hornsby) und der geläuterte  Blutbader “Eddie Monroe” (Silas Weir Mitchell)  - jetzt Vegetarier – sind zum Knuddeln. Hier hat die Serie – die so an sich nicht die Neuerfindung des Übernatürliche-Wesen-Modefernsehens ist – zum Beispiel einen klaren Vorteil gegenüber den nervigen Hauptdarstellerbrüdern aus zumindest den ersten Staffeln von “Supernatural” und den etwas dusseligen Heldenkumpels, die bei “Reaper” immer den Baumarkt unsicher machten. Die Idee zur Serie stimmt übrigens von den zwei Männern, die früher schon hinter “Buffy” und seinem unsäglichen Spin-off “Angel” steckten.

    In der Pilotfolge stellt Nick fest, dass er plötzlich Märchengestalten hinter Gesichtern von Mitmenschen erkennt, wenn diese unachtsam sind oder kurz die Kontrolle verlieren. Hier ein Hexenbiest hinter der flirtenden blonden Anwältin, dort ein Fellgesicht, das mehr zeigt als den Bart des Verdächtigen… Er ist einem Mädchenmörder auf der Spur, der es auf junge Damen in roten Jacken abgesehen hat – ein “Blutbader”, wie er lernen wird. “Rotkäppchen” ist das erkennbare Motiv. In der ebenfalls bereits ausgestrahlten zweiten Folge wird ein Zitat aus “Goldlöckchen und die drei Bären” zugrundegelegt und ein Einbrecherpaar erlebt sein braunes Wunder, als es bemerkt, was die Hausbewohner wirklich sind. Wie man hier schon sieht, sind es nicht nur Grimmsche Märchen, die die Basis der mysteriösen Abenteuer bilden. Aber häufig.

    In den USA ist der Grimmgrusel recht beliebt, dort wartet das Publikum gerade auf die zweite Hälfte der zweiten Staffel, die im März wieder auf Sendung geht. Das deutsche Fernsehen nimmt uns natürlich ein wenig von dem Spaß, dem man hätte, wenn man die ganzen Gruselfiguren mit ihren deutschstämmigen Namen im Original ausgesprochen hören könnte – “Blutbad”, “Jägerbär”, “Konigschlange” und “Seltenvogel” zum Beispiel. Und wenn man auf der Facebook-Fanseite mal verfolgt, wie User darüber beratschlagen, wie man denn wohl ein Wesen namens “Zigeunersprache” ausspricht, dann darf man schon mal schmunzeln. Apropos deutsche Fassung: Seltsam mutet auch an, dass gleich zwei Synchronstimmen genau vom gerade abgesetzten “Fringe” übernommen sind, Multiserienfans sind da kurz irritiert, werden sich aber sicher umgewöhnen.

    “Grimm” ist solide gefilmt und sympathisch besetzt. Die Darsteller sind frisch und noch nicht überbeansprucht, das Intro mit der Märchenonkelstimme ist charmant und die Wesen sind im besten Sinne schräg. Gut, das Ganze kommt ein bisschen glatt und nicht immer völlig logisch daher – in Kinofilmlänge würde ich den knappen Geschichten nicht folgen wollen.  Aber in Konkurrenz zu dem Tellergrusel von Restauranttester “Rach”, der deutschen Provinzkriminalität vom “Letzten Bullen” und “Danni Lowinski” und den sesselsitzenden Nerds von “Big Bang Theory” (nicht falsch verstehen, ich mag die Serie!) hat “Grimm” durchaus die Chance, sich eine feste Zuschauergruppe zu greifen. Gehört ihr zu den potenziellen Opfern?

    Doch wir können den Bogen auch weiter spannen:  ”Supernatural” – “Vampire Diaries” – “True Blood” – “Charmed” – “Once Upon A Time” – “Reaper” – “Buffy” – “Moonlight” - lasst uns doch mal diskutieren, welche Serie einfach legendär und welche total geistlos ist.

     

    gepostet von
    claudia


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    FEB 2013
    19

    5 Kommentare zu “Grimmt das?

    1. Moonlight – ja, mag ich. Oder vielmehr “mochte” ich. Ja, wirklich ;-)
      True Blood – jaaa! Aber da sind die ersten Bücher fast besser als die Serie, die ein bisschen abzuheben droht.
      Vampire Diaries – habe ich aufgegeben! Irgendwann wurde es mir zu undurchschaubar, zu in die Länge gezogen und zu abstrus mit all den Verwandlungen und zwischenmensch … vampirischen Wirrungen.
      Buffy – auch nicht so meins!

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    2. Grimm – nichts für mich. Habe mir die Pilotfolge angetan und bin in der 2. Folge bei der ersten Werbepause ins Bett gegangen. Irgendwie war die ganau das gleiche wie die 1.. Die Werwölfe usw. sind immer böse und müssen immer getötet werden. Hat mir nicht gefallen.
      Nun ja, manchmal muß man einige Folgen aushalten, weil sich die Charaktere erst entwickeln müssen. Vieleicht schaue ich später noch mal rein.
      True Blood gefällt mir. Allerdings finde ich die Bücher doch noch besser als die Serie.

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    3. grimm hat mir super gefallen. bin auch ein fan von true blood, buffy. reaper fand ich einfach amüsant. charmed und supernatural waren nichts für mich. charmed verfolgte immer dasselbe schema in nahezu jeder folge *gähn*. ich werde bei grimm definitiv dran bleiben und mir montag abend fest dafür reservieren. ;)

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    4. Also Grimm hat mir auch seehr gut gefallen, werde auf jeden Fall weiterschauen :) Weitere Favoriten von mir sind Supernatural und True Blood… Once Upon a Time habe ich noch nicht gesehen, werde ich aber noch nachholen…

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    5. Irgendwie hat Grimm mich auch nicht so vom Hocker gerissen.Auch wieder eine Mystery Serie nach Schema F.
      Zu vorhersehbar,zu wenig Überraschungen.Irgendwie hatte ich auf was neues gehofft.
      Supernatural und Moonlight find ich immer noch gut.Charmed war auch immer der selbe Käse und Reaper ist eher lasch.

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