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  • “Damages”: Das perfekte Serien-Duo

    Grund zum Einschalten: Rose Byrne und Glenn Close in “Damages”.

     Diese Woche erzählt uns unser Chefredakteur Gregor, warum er seit fünf Staffeln an der Serie “Damages” dran bleibt.

    Seit wir an dieser Stelle ja schon seit einigen Jahren beobachten, dass nicht nur die reine Anzahl sondern auch die Qualität von TV-Serien erheblich zunimmt, sehen wir jetzt, dass sich dieser Trend sogar noch beschleunigt: Einzelne Serienfolgen liegen zuweilen qualitativ vor ganzen Kinofilmproduktionen, “Boardwalk Empire” ist so ein Beispiel –  vielleicht auch, weil jede Folge von einem anderen Regisseur gedreht wurde.

    Allerdings wird es damit auch immer schwieriger, den Überblick zu behalten und die Perlen zu finden. Als ich vor einiger Zeit auf “eine New Yorker Anwaltsserie” hingewiesen wurde, konnte ich mir ob so eines Pitches ein Gähnen kaum verkneifen; was ich dann allerdings vorfand war ein Kleinod, das ich seitdem – natürlich – für massiv unterschätzt halte:

    Von der Serie “Damages”, in den USA zwischen 2007 und Sommer 2012 im TV ausgestrahlt, liegen seit kurzem alle fünf Staffeln auf DVD vor, von der 5. und letzten ist allerdings noch offen, ob und wann sie auch auf Deutsch kommt. Eine der beiden Hautptdarstellerinnen ist Glenn Close als eine über Leichen gehende Kanzleibesitzerin, die selbst die ihr – entfernt äußerlich – vergleichbare Meryl Streep in “Der Teufel trägt Prada” zahm wie eine kirchliche Jugendgruppenleiterin erscheinen lässt. Die andere Hauptdarstellerin ist die wunderschöne Australierin Rose Byrne, die im Filmskript zunächst an Bösartigkeit immer einen Schritt hinter Closes Filmcharakter “Patty Hewes” herhinkt, aber eine über die Staffeln atemberaubende Genese von eifrig-argloser Anwalts-Berufseinsteigerin zur eiskalten Taktiererin erfährt: Gerade Byrnes Leistung, obwohl schon länger im Filmgeschäft und aus der australischen Independent-Film-Szene kommend, ist bemerkenswert, da man sie hier eher für sedierende Langweiligkeiten wie „Brautalarm“ kennt.

    “Trust No One” – das könnte das Motto der Serie sein.

    Letztlich ist aber das unfassbar gut gelungene Casting dieser beiden Schauspielerinnen zugleich als Partnerinnen und Antagonistinnen das Magische an dieser Serie, die der begnadete „Sopranos“-Autor Todd A. Kessler schreibt. Daher ist weder das New Yorker Anwaltswesen noch der krimiartige Plot einer jeden Staffel die Empfehlung zum Gucken sondern genau das tänzelnde, kämpfende Spiel dieser beiden Schauspielerinnen (dem New Yorker “Gotham Magazine” war das vor einiger Zeit ein bemerkenswertes Fotoshooting mit den beiden wert).

    Leider sind die Nebenrollen im Verlauf der Seasons von absoluten – sicher teuren – Glanzlichtern wie Ted Danson (den Hillary Clinton auf der Hochzeit ihrer Tochter Chelsea, zu der er eingeladen war, mit “Hallo, Herr Frobisher!” [sein Seriencharakter] begrüßte – soweit zur perfekten Besetzung seiner Rolle!), Marcia Gay Harden und John Goodmann immer schwächer besetzt worden, da die Einschaltquoten hinter den Erwartungen zurückblieben. Ryan Philippe und John Hannah (“Vier Hochzeiten und ein Todesfall”) können in der 5. Staffel nicht retten, dass diese auch produktionsmäßig am schwächsten ist – sie lief auch nur noch auf DirecTV in den USA. Sieht man das geniale Skript-Talent von Kessler zu Beginn der 5. Staffel nur aufblitzen, versöhnt das Ende aber wieder ob seiner genialen Fähigkeit, die – in Serien allerdings üblichen –  überraschenden Wendungen in perfekt ineinander verschränkte Enden aufgehen zu lassen.

    Trotzdem: Das bemerkenswerteste an “Damages” ist der Antagonismus und gleichzeitige Magnetismus zwischen den beiden Hauptcharakteren und ihre perfekte Besetzung, die beide Schauspielerinnen zu ihren Höchstleistungen auflaufen lässt. Möglicherweise haben wir so ein perfekt (dis)harmonierendes Duo in einer Serie nicht gesehen seit “Akte-X”…

    Wer ist Euer perfektes Serien-Duo? Und schaut Ihr “Damages”?

    gepostet von
    gregor


    SEP 2013
    20

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