Viel besser als ermittelmäßig
Ganz ehrlich: Zu Beginn haben mich Werbung und Pressetext der Serie abgeschreckt, fast wäre sie mir durch die Lappen gegangen. Eine „Krimiserie mit ‘Sex and the City’-Elementen“, zitierte der TV-Sender damals eine der beiden Hauptdarstellerinnen, Sasha Alexander. Ich fand „SATC“ sexistisch, konsumgeil und – das war das schlimmste – schnarchlangweilig. Und die einzige Frau auf Stöckelschuhen, der ich einen ordentlichen Spurt hinter einem Verdächtigen her zutraute, war Stephanie Zimbalist als „Laura Holt“ (wisst ihr noch?). Keine Serie für mich, dachte ich.
Zum Glück habe ich doch eingeschaltet – „Rizzoli & Isles“, eines der Mittwochabend-Krimiformate von Vox, ist nämlich ganz großer Serienspaß. Ich bin sofort zum Fan geworden. Die beiden Hauptfiguren – die extrem kluge, aber auch etwas besserwisserische und tussige Gerichtsmedizinerin Maura Isles (Sasha Alexander) und die tatkräftige, temperamentvolle und von ihrer italienischstämmigen Familie umzingelte Mordermittlerin Jane Rizzoli (Angie Harmon) sind so sympathisch, dass man mit ihnen sofort ein Bier trinken gehen möchte. Obwohl Dr. Isles natürlich lieber Rotwein bestellen würde. Die Chemie der Freundinnen stimmt und die Gesichter der Hauptdarstellerinnen sind angenehm frisch, obwohl sie schon in thematisch ähnlichen Serien wie „Law & Order“ und „NCIS“ mitgespielt haben. Eine leichte homoerotische Note in der Beziehung der beiden attraktiven Freundinnen, welche ab und zu schon mal einfloss, fand sicher unter den Zuschauern auch ihre Anhänger.
Mein Lieblingsaspekt an der Serie sind die Dialoge zwischen den beiden Freundinnen. Sowas wie „Mein Gott, du flirtest über eine Leiche hinweg.“ – „Wann soll ich es denn sonst tun?“ Oder „Ich hab noch nie verstanden, warum Menschen in brennende Gebäude rennen“ – „Aber du jagst Mörder“. „Ja, aber nicht, wenn sie brennen.“ Oder (Blick auf ein Butterbrot) „Ist das aus dem guten Kühlschrank oder aus dem Tote-Leute-Kühlschrank?“ – „Kalte Luft ist kalte Luft“. Oder „War sie tot, bevor sie rausgeworfen wurde?“ – „Ich müsste raten.“ – „Ich verrat es nicht.“ Okay, ich höre auf, man muss es selber hören. Diesen Artikel weiter lesen »













