Happy Birthday, Dr. Huxtable!
Bill Cosby ist diese Woche 75 Jahre alt geworden und damit ist auch seine legendäre Rolle als “Dr. Heathcliff Huxtable” wieder etwas gealtert. Denn Cosby ist wohl für uns alle untrennbar mit seiner erfolgreichsten Arbeit verbunden: “The Cosby Show” war eine der ersten Serien, der ich als Kind verfallen bin. Kein Wunder, schließlich hatte Bill Cosby damit den Inbegriff der harmlosen Familienserie geschaffen. Ich konnte einfach nicht genug bekommen von der heilen Welt der Familie Huxtable!
Was mir damals nicht bewusst war: Cosby hat seiner eigentlich klischeebeladenen Sitcom einen durchaus subversiven Charakter mitgegeben. Als die Serie 1984 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, war es eine kleine Sensation, dass eine afro-amerikanische Familie im Zentrum des Geschehens stand. Es ist heute kaum vorstellbar, dass “The Cosby Show” die erste TV-Sendung war, die Afro-Amerikaner als gebildet und erfolgreich darstellte.
Cosby, der ein großes Mitspracherecht bei der Gestaltung der Serie hatte, zog das konsequent durch. Die Welt der “Huxtables” war fast so etwas wie eine Utopie, echte Probleme wie Rassismus oder Armut wurden nie offen thematisiert. Stattdessen legte Cosby großen Wert darauf, die afro-amerikanische Identität beinahe beiläufig zu stärken und brachte immer wieder Anspielungen auf große afro-amerikanische Musiker, Bürgerrechtler oder Künstler unter.
Bill Cosby ging also mit Stereotypen gegen Stereotypen vor – und brach damit letztlich ein TV-Tabu auf sehr positive Weise. Den moralischen Zeigefinger, der immer mitschwang – Cosby hat einen Doktortitel in Pädagogik – haben ihm jedoch viele Kritiker übel genommen. Trotzdem: Happy Birthday, Dr. Huxtable! Und das hier ist übrigens mein Lieblings-Vorspann von “The Cosby Show”:
Habt Ihr früher auch gerne das Leben der “Huxtables” verfolgt? Findet Ihr die Serie im Nachhinein zu idealisiert?




