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    Auf in den Sprachkampf!

    Vergesst Streitereien um liegengelassene Socken und unausgeräumte Geschirrspüler – in deutschen Haushalten findet heutzutage doch vor allem ein Grabenkampf statt: der um die Fernbedienung.  Und er macht auch vor uns Serien-Fans nicht Halt. Beim DVD-Schauen kommt früher oder später immer die Frage auf: Im Original lassen oder auf Deutsch umschalten?!

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass solche Sprachkämpfe nicht leicht ausgefochten werden. Beide Seiten bringen wichtige Argumente vor – ich bin trotzdem davon überzeugt: Original ist immer besser! Hat man sich einmal eingehört, wirken die Synchronisationen sehr befremdlich. Ich war kürzlich etwas  irritiert, als ich Barney Stinsons “True Story” zum ersten Mal als “Es ist die Wahrheit” gehört habe. Mir fehlt oft der typische Tonfall der jeweiligen Schauspieler, der Wortwitz im Original oder ich ärgere mich, wenn man der deutschen Synchronisation anmerkt, dass sie aus dem Englischen stammt! Wofür gibt es Untertitel?!

    Zugegeben: Wenn ich die Sprache überhaupt nicht verstehe, können Untertitel sehr anstrengend sein. Aber wer schlicht seine Englisch-Kenntnisse auffrischen will, der kann fast kein schöneres und schnelleres Lernumfeld als die Serie finden.

    Lily unterrichtet nicht nur ihre Kindergarten-Kinder, sondern auch Millionen ausländischer Zuschauer weltweit!

    Deshalb mein Appell an alle Englisch-Lehrer: Beugt den späteren Sprachkämpfen vor und zeigt den Schülern gute Serien im Original! Einfache Beispiele dafür sind Comedys wie “Friends” oder ” Two and a Half Men”. Die Charaktere sprechen dort fast keinen Dialekt und benutzen umgangssprachliche Ausdrücke in Alltagssituationen, die man leicht aufschnappen kann. Eine Freundin hat mir mal erzählt, dass sie das Wort “nose job” (Nasen-OP) bei “Friends” gelernt hat. Ich weiß dank “HIMYM”, was es heißt, wenn jemand “Dibs” schreit (bedeutet soviel wie “Erster!”).  So etwas wird in der Schule doch sträflich vernachlässigt!

    Schwieriger wird es bei Arztserien wegen des medizinischen Fachvokabulars (ich verstehe “Dr. House” auf deutsch manchmal kaum…) oder bei Serien, die viel Slang beinhalten (zum Beispiel der Mafia-Sprech bei den “Sopranos”). Trotzdem lohnt sich hier das Dranbleiben: Wer sich reinhört, versteht irgendwann auch mehr. Und bis dahin können Untertitel helfen.

    Schade, dass es generell in Deutschland so schwierig ist, an Original-Versionen heranzukommen. In Hamburg muss ich schon sehr schnell sein, um einen Film noch in einem der wenigen Fremdsprachenkinos im Original zu sehen, meist laufen sie dort nur wenige Wochen. Das finde ich bedauernswert: Denn gerade mit Untertiteln wie es beispielsweise in Skandinavien oder auch in der Schweiz üblich ist, wäre doch für beide Seiten ein Kompromiss gefunden – oder?!

    Was meint Ihr? Versteht Ihr lieber jedes Wort oder müssen Serien bei Euch auch im Original laufen?

    gepostet von
    sarah


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    November
    23